Hast du ständig mit hartnäckigen Schmerzen im unteren Rückenbereich zu kämpfen? Wir alle kennen das: langes Sitzen, schlechte Haltung und dann dieser schleichende, fiese Schmerz im Rücken. Klar, die Vorstellung, sich dann noch zu bewegen, klingt im ersten Moment nicht gerade verlockend. Aber glaub mir, Bewegung ist genau das, was dein Rücken braucht – und ich zeige dir, wie. In diesem Artikel stelle ich dir zehn bewährte Übungen vor, die Wunder für deinen unteren Rücken bewirken können. Also schnapp dir deine Yogamatte, zieh deine Sportklamotten an und mach dich bereit, deinen lästigen Rückenschmerzen Lebewohl zu sagen.
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Warum Rückenübungen in keinem Fitnessprogramm fehlen sollten
Rückenschmerzen sind wie der nervige Partycrasher: ungebeten, unangenehm und irgendwie immer da. Umso wichtiger ist es, regelmäßig Rückenübungen in dein Fitnessprogramm einzubauen. Sie können dazu beitragen, die Muskulatur im unteren Rücken zu kräftigen und zu stabilisieren.
Muskelverspannungen, eine schwache Muskulatur oder Fehlhaltungen sind oft die Ursache für Rückenschmerzen. Genau hier setzt Bewegung an: Mit gezielten Übungen trainierst du deine Muskulatur, löst Verspannungen und verbesserst deine Haltung. Stell dir vor, du fährst eine alte Rostlaube. Wenn du sie nicht ab und zu auf die Piste bringst, gibt sie irgendwann den Geist auf. Genauso ist es mit deinem Rücken.
Vorteile deiner Rückenübungen auf einen Blick:
- Weniger Rückenschmerzen: Eine starke Rückenmuskulatur hilft, die Belastung der Wirbelsäule zu minimieren und Rückenschmerzen zu verringern.
- Verbesserte Körperhaltung: Durch die Stärkung der Rückenmuskulatur kannst du deine Körperhaltung verbessern und möglichen Haltungsschäden vorbeugen.
- Stabilisiert die Wirbelsäule: Eine stabile Wirbelsäule ist wichtig, um Verletzungen vorzubeugen und eine gute Beweglichkeit zu gewährleisten.
- Erhöhte Flexibilität: Rückenübungen können auch die Flexibilität der Wirbelsäule erhöhen, was zu einer besseren Beweglichkeit führt.
- Förderung der allgemeinen Fitness: Ein starker Rücken ist wichtig für eine gute körperliche Fitness.
Aufwärmen vor dem Training
Bevor du in die Tiefen des Rückentrainings eintauchst, ist es entscheidend, deinen Körper gut aufzuwärmen. Das Aufwärmen steigert die Durchblutung, bereitet die Muskeln und Gelenke auf die kommende Belastung vor und reduziert das Verletzungsrisiko. Hier sind einige effektive Aufwärmübungen, um deinen Körper optimal auf das Rückentraining vorzubereiten:
- Dynamisches Dehnen:
- Armschwünge: Steh aufrecht, schwing deine Arme locker vor und zurück. Dies lockert die Schulter- und oberen Rückenmuskulatur.
- Seitliches Oberkörperneigen: Steh mit leicht gespreizten Beinen. Lass eine Hand entlang des Beines nach unten gleiten, während du den anderen Arm über den Kopf streckst und den Oberkörper seitlich neigst. Seiten wechseln.
- Kreisbewegungen mit den Schultern: Steh aufrecht, ziehe die Schultern hoch, schiebe sie nach hinten, drücke sie runter und dann nach vorne. Mache das mehrmals in eine Richtung und dann in die entgegengesetzte.
- Beckendrehungen: Stell die Hände in die Hüfte und bewege das Becken im Uhrzeigersinn und dann entgegen dem Uhrzeigersinn. Es ist wie das Hula-Hoop, nur ohne Reifen.
- Beinheben: Halte dich an einer Wand oder einem festen Gegenstand fest. Hebe ein Bein zur Seite und dann das andere. Das aktiviert nicht nur die Hüfte, sondern auch die seitliche Rumpfmuskulatur.
- Laufen auf der Stelle: Ein einfaches, aber effektives Mittel, um die Durchblutung in Schwung zu bringen. Dabei die Knie leicht anheben und für etwa 1-2 Minuten auf der Stelle laufen.
Durch diese Übungen erwärmst du deinen Körper und machst ihn bereit für das Rückentraining. Ein gut aufgewärmter Körper ist leistungsfähiger, und du kannst das Beste aus deinem Training herausholen.
Die besten Rückenübungen
Es gibt viele Rückenübungen. Probiere aus, welche dir guttun. Bei mir haben sich folgende Übungen bewährt:
Katzenbuckel
Gehe in den Vierfüßlerstand. Handgelenke direkt unter den Schultern, Knie direkt unter den Hüften. Beim Ausatmen den Rücken zur Decke beugen (wie eine wütende Katze) und den Kopf leicht senken. Beim Einatmen den Rücken durchhängen lassen und den Kopf heben. Dadurch wird der gesamte Rücken gedehnt und entspannt.
Brücke
Lege dich flach auf den Rücken, Beine angewinkelt, Füße hüftbreit auseinander. Hebe das Gesäß langsam vom Boden ab, bis Oberkörper und Oberschenkel eine gerade Linie bilden. Halte die Position einige Sekunden, atme tief durch und senke dich langsam wieder ab. So trainierst du den unteren Rücken.
Cobra
Lege dich flach auf den Bauch, die Hände neben den Schultern, die Ellbogen eng am Körper. Atme ein und drücke die Hände langsam auf den Boden, um den Oberkörper nach oben zu heben. Die Schultern sollten von den Ohren weggezogen und der Nacken lang gehalten werden. Wichtig ist, dass du dich nicht nur mit den Armen nach oben drückst, sondern auch die Rückenmuskulatur aktiv beanspruchst. Hüften und Beine bleiben auf dem Boden. Atme in dieser Position einige Male tief ein und aus und senke deinen Körper beim Ausatmen langsam wieder ab.
Ein Tipp:
Wenn du am Anfang Schwierigkeiten hast, den Oberkörper weit nach oben zu drücken, ist das kein Problem. Höre auf deinen Körper und gehe nur so weit, wie du dich wohl fühlst. Mit der Zeit und regelmäßigem Training wird deine Rückenmuskulatur stärker und flexibler, so dass du dich auch höher heben kannst.
Bildquelle: Marta Wave / pexels.com
Kindhaltung (aus dem Yoga)
Beginne im Vierfüßlerstand. Bringe das Gesäß langsam zurück auf die Fersen, strecke die Arme nach vorne und lege den Oberkörper auf den Boden. Bleib so und atme tief durch. Das ist gut für den unteren Rücken und dehnt.
Rückenrotation
Leg dich mit angewinkelten Beinen auf den Rücken. Lasse die Knie langsam zu einer Seite kippen und versuche, die Schultern am Boden zu lassen. Wechsle dann zur anderen Seite. Das hilft gegen Verspannungen und lockert die Muskulatur.
Seitliche Rumpfbeuge
Stehe aufrecht, Füße hüftbreit auseinander. Strecke die Arme seitlich aus und beug den Oberkörper zu einer Seite, während du den gegenüberliegenden Arm über den Kopf hebst. Dann zur anderen Seite wechseln. Das kräftigt die seitliche Rückenmuskulatur.
Superman
Lege dich flach auf den Bauch, Arme nach vorne ausgestreckt. Hebe gleichzeitig den rechten Arm und das linke Bein ein paar Zentimeter vom Boden ab. Kurz halten und dann die Seite wechseln.
Bauchpressen
Leg dich flach auf den Rücken, Hände locker hinter dem Kopf. Hebe die Schultern vom Boden ab, spanne die Bauchmuskeln an und senke dich langsam wieder ab. Achte darauf, dass du nicht am Nacken ziehst, sondern die Kraft aus dem Bauch kommt.
Drehung im Sitzen
Sitze aufrecht, ein Bein gestreckt, das andere über das gestreckte Bein gelegt. Umfasse das gebeugte Knie mit der gegenüberliegenden Hand und drehe den Oberkörper zur Seite des gebeugten Knies.
Bauchmuskulatur – dein internes Stützkorsett
Man könnte meinen, dass es bei Rückenschmerzen nur darum geht, die Rückenmuskulatur zu stärken. Tatsächlich spielt aber die Bauchmuskulatur eine ebenso wichtige Rolle für die Gesundheit unseres Rückens. Warum das so ist? Weil unsere Bauch- und Rückenmuskulatur ein Team sind, das eng zusammenarbeitet, um unseren Oberkörper aufrecht zu halten und unsere Wirbelsäule zu stabilisieren.
Unsere Bauchmuskulatur, vor allem die tiefe, quer verlaufende Bauchmuskulatur, wirkt wie ein natürliches Korsett, das unsere inneren Organe schützt und hilft, den Druck im Bauchraum aufrechtzuerhalten. Ist diese Muskulatur schwach oder nicht aktiv genug, wird der Rücken stärker belastet, um die aufrechte Haltung zu erhalten. Dies kann zu Überlastungen führen, die wiederum Schmerzen oder Verspannungen im Rückenbereich verursachen. Wer also seine Bauchmuskulatur stärkt, entlastet seinen Rücken. Ein gut trainierter Bauchbereich ermöglicht eine bessere Lastverteilung, wodurch die Wirbelsäule weniger belastet wird. Denke dir den Rumpf als eine Art Säule: Der Rücken bildet die hintere Stütze, die Bauchmuskulatur die vordere. Beide müssen harmonisch zusammenarbeiten, um eine optimale Funktion und Gesundheit zu gewährleisten.
Insofern sind Übungen, die den Bauch trainieren, nicht nur für ein Sixpack sinnvoll, sondern auch, um dem Rücken die Unterstützung zu geben, die er verdient! Ein ganzheitlicher Ansatz also: Wer seinen Bauch stärkt, stärkt auch seinen Rücken.
Fazit: Dein Rücken verdient es, dass du dich um ihn kümmerst. Mit gezielten Übungen beugst du Schmerzen vor und hältst ihn fit. Es ist wie mit einer guten Freundschaft – wenn du ihm etwas Liebe und Zeit gibst, wird es dir dein Rücken (oder dein Freund) mit Wohlbefinden und weniger Schmerzen danken!
Allgemeine Hinweise
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Über die Autorin
Anja Jefremow ist Gründerin und Herausgeberin von Bandscheibenkleister. Nach eigenen Erfahrungen mit mehreren Bandscheibenvorfällen (LWS und HWS) sowie der Diagnose Osteochondrose teilt sie in ihrem Blog bewährte Tipps und persönliche Einblicke zur konservativen Therapie von Rückenschmerzen. Ohne Operation hat sie ihre Beschwerden bewältigt und möchte damit anderen Betroffenen helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Die praxisnahen Ratschläge und Erfahrungen machen ihren Blog zu einer wertvollen Anlaufstelle für alle, die nach wirksamen Lösungsansätzen bei Rückenschmerzen suchen.
Mehr über Anja auf Über Bandscheibenkleister oder per Mail: info@bandscheibenkleister.de.
Bildquellen:
- Rückenübungen – Cobra: Marta Wave / pexels.com
- Rückenübungen: Monstera Production / pexels.com



Hallo Anja,
deine Seite ist wirklich gut aufgebaut und für „Mitgeplagte“ ein echter Gewinn. Beim durchscrollen kamen bei mir jedoch Fragen auf.
Meine Beschwerden dauern nun schon ein halbes Jahr. Ich bin Mitte vierzig und habe meinen ersten Bandscheibenvorfall LWS L5/S1, so das Typische 😉 Zuerst wurde ich aber rein auf Lumbalgie behandelt ohne die Ursache zu kennen. Meine Schmerzen zogen bis ins Bein, kribbeln und Taubheit kamen dazu. Mittlerweile, nur noch Schmerzen im Gesäß, aber meist heftig. Ich habe erst vor einem Monat die korrekte Diagnose bekommen.
Momentan genieße ich KG und gehe jeden Tag spazieren, Hausmittel probiere ich auch, aber abends ereilen mich die Schmerzen fast noch tgl. (tagsüber geht es, trotz Bürojob, stehe oft auf und so). Habe nun trotzdem Angst das es chronisch bleibt.
Da ich gesehen habe das du viel reist und trotz deiner Schmerzen sehr aktiv bist, kamen bei mir Fragen auf. Gerade von Übungen mit Rundrücken (zum Beispiel Kindsposition oder Katze Kuh) wurde mir vorerst abgeraten, du empfiehlst die aber. Bin derzeit in so einer Phase wo ich gar nicht mehr weiß, was ist gut, was ist schlecht. Muss auch wirklich sagen das mir die „Katze Kuh“ zum Beispiel schon sehr weh tut und ich sie deshalb auch derzeit lasse. Am besten hilft mir tatsächlich das Gehen, aber auch hier habe ich immer Angst vielleicht doch zu viel zu machen, wandere leidenschaftlich gerne, betreibe es aber gerade mit angezogener Handbremse. Was sagst du aus deiner Erfahrung „einfach machen“ und sehen was passiert?
Das Gehen löst bei mir keine Schmerzen aus, sondern sie werden eher besser, aber reicht das um den Rücken so zu stabilisieren das es weg geht?
Schmerzmittel nehme ich nur selten, nur wenn es wirklich schlimm weh tut. Schwimmen hat es bei mir tatsächlich verschlimmert, obwohl ich mich auf das Rückenschwimmen konzentriert habe. Währenddessen super, danach „Aua“.
Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg mit deinen Projekten, auch die Reise berichte sind sehr interessant,
Viele Grüße, Carina
Hallo Carina,
vielen Dank für deine liebe Nachricht und das schöne Feedback zu meinem Blog.
Dieses Gefühl von „Was darf ich eigentlich noch machen?“ kenne ich nur zu gut. Gerade, wenn man unterschiedliche Empfehlungen bekommt, fängt man irgendwann an, bei jeder Bewegung darüber nachzudenken (und zu zweifeln), ob sie dem Rücken hilft oder schadet. Vorweg deshalb etwas Wichtiges: Ich kann dir natürlich nicht sagen, welche Übungen für deinen konkreten Bandscheibenvorfall richtig sind. Das hängt unter anderem davon ab, welcher Nerv betroffen ist, welche Beschwerden noch bestehen und wie dein Rücken auf bestimmte Bewegungen reagiert. Bei Katze-Kuh oder der Kindshaltung würde ich an deiner Stelle nicht nach dem Motto verfahren: „Das soll gut für den Rücken sein, also muss ich da jetzt durch.“ Wenn eine Bewegung bei dir Schmerzen auslöst oder dir davon abgeraten wurde, würde ich sie nicht erzwingen. Vielleicht passt einfach eine andere Bewegung momentan besser zu dir. Für mich waren diese Übungen immer entlastend und auch während meiner ambulanten Reha und später beim Reha-Sport immer ein fester Bestandteil. Aber genau daran sieht man: Was meinem (oder einem anderen) Rücken guttut, muss nicht automatisch für deinen Rücken und deine aktuelle Situation richtig sein.
Beim Gehen klingt das dagegen ziemlich positiv: Du schreibst, dass es keine Schmerzen auslöst, sondern die Beschwerden sogar besser werden. Ich würde deshalb nicht allein aus Angst darauf verzichten. Auch ich habe im Laufe der Zeit gelernt, dass Bewegung dem Rücken nicht automatisch schadet. Ganz im Gegenteil. Komplettes Schonen ist bei Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfällen heute in der Regel nicht das Ziel. Beim Wandern würde ich ähnlich vorgehen. Klar, ich würde nicht sofort wieder eine große Bergtour planen, nur um zu testen, was geht. Aber ich würde auch nicht automatisch monatelang darauf verzichten, wenn normales Gehen gut funktioniert. Vielleicht hilft es, klein anzufangen und die Belastung schrittweise zu steigern – und einfach immer darauf zu achten, wie dein Körper währenddessen und auch danach reagiert. Vielleicht hilft es dir, ein Schmerztagebuch zu führen? Das hab ich immer mal wieder gemacht – gerade in der Zeit, in der ich viel ausprobiert habe, um herauszufinden, was mir helfen könnte.
Ob Spazierengehen allein ausreicht, damit die Beschwerden verschwinden, kann dir leider niemand seriös versprechen. Bewegung ist wichtig, aber perspektivisch geht es auch darum, Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit wieder aufzubauen. Deshalb kann ich dir mittelfristig (mit gutem Gewissen) Kieser empfehlen. Das habe ich mittlerweile für mich entdeckt. Das ist zwar recht teuer, aber dort trainiere ich nach einem individuellen Trainingsplan und arbeite gezielt (und quasi immer wieder unter Aufsicht) an meiner Muskulatur. Schmerzfreie Tage gibt es bei mir trotzdem nicht, leider. Aber ich habe gelernt, damit zu leben und trotzdem das Beste daraus zu machen. Deshalb auch das Reisen … Das ist schon lange meine größte Leidenschaft, die ich mir von meinen Rückenschmerzen partout nicht vermiesen lassen will 🙂 Natürlich passe ich manches an, plane heute vielleicht etwas bewusster und höre genauer auf meinen Körper. Aber irgendwann war es mir wichtig, mein Leben nicht nur danach auszurichten, was meinem Rücken möglicherweise Probleme bereiten könnte. Ich möchte weiterhin die Dinge tun, die mir Freude machen. Deshalb hoffe ich sehr, dass auch du Schritt für Schritt wieder mehr Vertrauen in deinen Rücken und deine Bewegungen entwickeln kannst. Wir sind zu jung, um den Kopf in den Sand zu stecken 😉
Deshalb: Keine Angst vor einer Chronifizierung! Medizinisch spricht man zwar bereits nach einem halben Jahr von länger anhaltenden bzw. chronischen Schmerzen, aber das klingt viel endgültiger, als es gemeint ist. „Chronisch“ bedeutet nicht, dass die Beschwerden wirklich dauerhaft bleiben. Auch länger bestehende Rückenschmerzen können sich noch deutlich verändern und verbessern. Vermutlich müssen wir nur etwas dafür tun … (Muskelaufbau und vor allem: optimistisch bleiben!)
Alles Liebe
Anja von Bandscheibenkleister