Bandscheibenvorfall Schmerzen sind die Hölle – da ist schnelle Hilfe gefragt! (Bild: Liza Summer / pexels.com)

Ein Bandscheibenvorfall kann sehr schmerzhaft sein. Jeder, der diese Schmerzen schon einmal erlebt hat, kann ein Lied davon singen! Doch was genau passiert bei einem Bandscheibenvorfall, warum verursacht er solche Schmerzen und wie kann man sie wirksam lindern?

Ein Bandscheibenvorfall, medizinisch Diskusprolaps, kann starke Schmerzen (und andere unangenehme Symptome) verursachen. Um zu verstehen, warum dies geschieht, ist es wichtig, sich den Aufbau und die Funktion der Wirbelsäule sowie die physiologischen Vorgänge genauer anzuschauen.

Struktur und Funktion der Bandscheiben

Die Wirbelsäule besteht aus 24 beweglichen Wirbeln, die durch Bandscheiben voneinander getrennt sind. Diese Bandscheiben dienen als Stoßdämpfer und ermöglichen die flexible Bewegung der Wirbelsäule. Jede Bandscheibe besteht aus zwei Hauptteilen: einer äußeren Hülle aus festen Faserringen (Anulus fibrosus) und einem inneren gallertartigen Kern (Nucleus pulposus), der hauptsächlich aus Wasser und Proteinen besteht.

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn der Nucleus pulposus durch einen Riss im Faserring austritt. Dies kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • Degenerative Veränderungen
  • Über- oder Fehlbelastung (z. B. schweres Heben)
  • Plötzliche Verletzungen (z. B. durch einen Unfall)

Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Typische Anzeichen eines Bandscheibenvorfalls sind:

  • Lokale Rückenschmerzen: starke Schmerzen im Bereich der betroffenen Bandscheibe
  • Radikuläre Schmerzen: Schmerzen, die entlang des betroffenen Nervs ausstrahlen, z. B. in die Beine oder Arme. Diese Schmerzen können plötzlich und sehr stark auftreten, vor allem bei Bewegungen wie Husten, Niesen oder Pressen, die den Druck auf den Nerv erhöhen.
  • Taubheitsgefühle und Kribbeln: Sensorische Störungen/Gefühlsstörungen im Bereich des betroffenen Nervs
  • Muskelschwäche: Schwäche der Muskeln, die durch den komprimierten Nerv gesteuert werden
  • In schweren Fällen: Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang. In diesem Fall solltest du dich sofort auf den Weg zum Arzt machen!
Ein Bandscheibenvorfall LWS kann eine sehr schmerzhafte Angelegenheit sein (Bild: Arpit / Pixabay)

Warum verursacht ein Bandscheibenvorfall Schmerzen?

Wenn der gallertartige Kern der Bandscheibe austritt, kann er auf nahegelegene Nervenwurzeln drücken (Nervenkompression). Die Wirbelsäule ist von einem Netz von Nerven umgeben, die durch die Zwischenwirbellöcher austreten und Signale an das Gehirn senden. Diese Nerven sind sehr empfindlich und eine Kompression kann starke Schmerzen verursachen. Je nach Lage des Vorfalls können diese Schmerzen in den Rücken, das Gesäß, die Beine oder die Füße ausstrahlen. Bei einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich treten die Schmerzen typischerweise in den Beinen auf (Bandscheibenvorfall Schmerzen im Bein).

Der Körper reagiert auf das ausgetretene Bandscheibenmaterial mit einer Entzündungsreaktion. Diese Entzündung führt zu einer Schwellung im betroffenen Bereich, die zusätzlichen Druck auf die Nerven ausüben kann. Entzündungsmediatoren (z. B. Zytokine) können die Nervenenden reizen und so die Schmerzen verstärken.

Der Nucleus pulposus enthält Substanzen, die zu einer chemischen Reizung der Nerven führen können. Wenn diese Substanzen mit den Nervenwurzeln in Kontakt kommen, können sie eine schmerzhafte Entzündungsreaktion auslösen.

Schmerzen führen häufig zu einer reflexartigen Schonhaltung, um die betroffene Region zu entlasten. Diese Schonhaltung kann wiederum zu Muskelverspannungen und weiteren Schmerzen führen. Verspannte Muskeln können auf Nerven drücken und die Schmerzsymptomatik verstärken.

Extreme Rückenschmerzen lassen einen hilflos fühlen - 20 Tipps, um dein Leid zu lindern (Bild: Polina Zimmerman / pexels.com)

Wie fühlen sich Bandscheibenvorfallschmerzen an?

Es ist schwierig, die Schmerzen eines Bandscheibenvorfalls zu beschreiben. Ich habe versucht, einige meiner Empfindungen für dich zusammenzufassen.

  • Es ist, als ob einem jemand einen glühenden Dolch in den unteren Rücken rammt.
  • Jeder Atemzug, jede Bewegung, selbst Husten oder Niesen verstärken den Schmerz, der wie eine Welle durch den Körper schwappt und bis ins Bein ausstrahlt.
  • Das Bein kribbelt, als würde es von Ameisen zerfressen werden, und fühlt sich teilweise taub an.
  • Beim Auftreten kann man sein Gewicht nicht mehr halten, das Bein knickt einfach weg.
  • Das Aufstehen ist eine Qual, als würde der Rücken unter der Last der Welt zusammenbrechen.
  • Sitzen ist fast unmöglich, weil man den Druck im Rücken kaum aushält.
  • An manchen Tagen ist der Druck im Rücken so stark, dass einem vor Schmerzen übel wird.

Alles keine angenehmen Erfahrungen. Aber sowohl die Schmerzintensität als auch das Schmerzempfinden sind bei einem Bandscheibenvorfall von Mensch zu Mensch verschieden – also keine Panik: Es kann auch glimpflicher ablaufen!

Was bei meinem ersten Bandscheibenvorfall passiert ist, habe ich in meinem Artikel Dumme Nuss zum Hexenschuss beschrieben.

Schmerzen Bandscheibenvorfall – wann zum Arzt?

Bei starken oder anhaltenden Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Muskelschwäche oder Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang solltest du sofort einen Arzt aufsuchen.

Wenn du mehr zu diesem Thema wissen möchtest: Rückenschmerzen – wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wie wird ein Bandscheibenvorfall behandelt?

Je nach Schwere des Vorfalls kann ein Bandscheibenvorfall konservativ oder operativ behandelt werden.

Zu den konservativen Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente
  • Physiotherapie: Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur und zur Verbesserung der Beweglichkeit
  • Alternative Therapien: Akupunktur, Chiropraktik oder Osteopathie

In schweren Fällen, insbesondere bei Ausfallerscheinungen wie Lähmungen in den Beinen oder Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang kann eine Operation notwendig sein, um den Druck auf die Nerven zu verringern.
Weitere Informationen zum Thema Bandscheiben-OP

Mit der konservativen Therapie habe ich bei beiden Bandscheibenvorfällen gute Erfahrungen gemacht, auch wenn sie einem viel Geduld und Durchhaltevermögen abverlangen. Oft schreiben mir Leute und sagen: Meine Bandscheibenvorfall Schmerzen gehen nicht weg. Ich weiß, es braucht Zeit. Und auch wenn man an manchen Tagen das Gefühl hat, die Schmerzen nicht mehr auszuhalten: Halte durch, es wird besser!

7 praktische Tipps zur Linderung von Bandscheibenvorfall Schmerzen

  1. Schonung, aber keine Bettruhe: In der akuten Phase ist es wichtig, den Rücken zu schonen, aber längere Bettruhe kann kontraproduktiv sein. Leichte Bewegung und Spaziergänge helfen, die Muskulatur zu erhalten und die Durchblutung zu fördern.
  2. Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol können Schmerzen und Entzündungen lindern. Sprich aber immer mit einem Arzt, bevor du Medikamente nimmst. Bei starken Schmerzen brauchst du wahrscheinlich auch stärkere Schmerzmittel (z. B. Novaminsulfon oder Tilidin).
  3. Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann gezielte Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur und zur Verbesserung der Beweglichkeit anleiten.
  4. Alternative Therapien: Methoden wie Akupunktur, Chiropraktik oder Osteopathie können ergänzend zur Schmerzlinderung beitragen.
  5. Ergonomische Anpassungen: Achte auf eine ergonomische Sitz- und Schlafumgebung. Ein guter Stuhl und eine gescheite Matratze können viel bewirken.
  6. Wärme- und Kältetherapie: Kälte kann in der akuten Phase helfen, Schwellungen zu reduzieren, während Wärme Muskelverspannungen löst und die Durchblutung fördert. Ich bin eher ein Freund von Wärme. Wärme ist ein einfaches therapeutisches Mittel, das vor allem zu Hause angewendet werden kann. Ich verwende dafür das Beurer HK 35 Heizkissen (*). Bei akuten Rückenschmerzen kombiniere ich das mit meinem orthopädischen Bandscheibenwürfel von maxVitalis (*) – und dann liege ich und warte … und hoffe … dass es besser wird.
  7. Wenn die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind, frag bei deinem Orthopäden nach einer Schmerzinfusion. Das war für mich immer die absolute Rettung! Man hängt etwa 20 Minuten am Tropf, während ein starkes Schmerzmittel in Kombination mit einer Kochsalzlösung in den Körper läuft. Danach bist du zwar ziemlich benebelt und läufst wie auf Wolken, aber der Körper kommt endlich wieder etwas zur Ruhe.

Mehr Tipps findest du in meinem Artikel Rückenschmerzen extrem – 20 Tipps, um dein Leid zu lindern.

Fazit: Ein Bandscheibenvorfall verursacht Schmerzen vor allem durch Kompression und Reizung von Nervenwurzeln, die zu starken, meist ausstrahlenden Schmerzen führen können. Entzündungsreaktionen und Muskelverspannungen tragen zusätzlich zu den Beschwerden bei. Mit der richtigen Behandlung kann jedoch viel erreicht werden! Eine Kombination aus ärztlicher Behandlung und physiotherapeutischen Maßnahmen hilft den meisten Menschen mit einem Bandscheibenvorfall, ihre Schmerzen wirksam zu lindern und ihre Lebensqualität schrittweise wieder zu verbessern.

Bandscheibenkleister Hinweis

Dieser Text ist eine vereinfachte Erklärung. Medizin und Pharmakologie sind komplexe Felder, und dieses Thema ist sehr viel komplexer, als ich es hier in meiner Rolle als Bandscheiben-Patientin darstellen kann. Betrachte diesen Text daher nicht als medizinischen Rat, sondern als Information.

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