Lumbalsyndrom: Unspezifische Rückenschmerzen und Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule (Bild: fairpharma / Pixabay)

Die Lendenwirbelsäule, unser Held des Alltags, ist ein wahres Arbeitstier: Sie trägt einen großen Teil unseres Körpergewichts und ist gleichzeitig sehr beweglich. Kein Wunder, dass sie bei so viel Arbeit manchmal streikt! Dann klopft das sogenannte Lumbalsyndrom an die Tür. In diesem Artikel tauchen wir tiefer in die Welt des Lumbalsyndroms ein. Ich erkläre dir, was genau hinter diesen Schmerzen steckt, welche Ursachen es gibt und wie sie behandelt werden. Am Ende gebe ich dir ein paar praktische Tipps, die du leicht in deinen Alltag integrieren kannst.

Bevor wir anfangen, denk daran: Jeder Körper ist anders, und was bei mir oder dir hilft, muss nicht bei jedem funktionieren. Dieser Artikel soll dir helfen, dein Lumbalsyndrom besser zu verstehen, damit du deine Schmerzen schnell und gezielt lindern kannst.

Was ist ein Lumbalsyndrom? Und wie erkenne ich das?

Das Lumbalsyndrom, oft auch als Kreuzschmerz bezeichnet, ist ein Sammelbegriff für verschiedene Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein: Am häufigsten sind Schmerzen im unteren Rückenbereich, die unterschiedlich stark sein und in die Beine ausstrahlen können. Die Schmerzen können plötzlich (akut) oder schleichend (chronisch) auftreten. Häufig verschlimmern sie sich bei bestimmten Bewegungen, zum Beispiel beim Bücken oder Heben. Außerdem kann es zu Bewegungseinschränkungen, Muskelverspannungen und in manchen Fällen zu Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in den Beinen kommen. Manche Menschen berichten auch von einem Gefühl der Instabilität oder Schwäche im Rücken. Das Lumbalsyndrom ist also keine eigenständige Krankheit, sondern eine Art „Symptomkomplex“, der verschiedene Ursachen haben kann.

Welche Ursachen hat das Lumbalsyndrom?

Das Lumbalsyndrom, auch bekannt als „Ich kann mich kaum bücken, ohne dass es zwickt“, ist ein häufiges Phänomen in unserer modernen Sitzgesellschaft. Ob du den ganzen Tag am Schreibtisch hockst oder im Garten arbeitest – dein Rücken macht keinen Unterschied. Er beschwert sich in Form von Schmerzen, die von einem leichten Ziehen bis hin zu „Ich glaube, ich kann nie wieder aufstehen“ reichen können.

Die Ursachen des Lumbalsyndroms sind so vielfältig wie die Menschen, die davon betroffen sind:

In vielen Fällen sind die Schmerzen harmlos und verschwinden von selbst, manchmal ist jedoch ärztliche Hilfe erforderlich.

Wann sollte ich mit Lumbalsyndrom-Beschwerden einen Arzt aufsuchen?

Wenn die Schmerzen sehr stark sind, plötzlich auftreten oder länger als ein paar Tage anhalten, solltest du einen Arzt aufsuchen. Auch wenn die Schmerzen nachts schlimmer werden, begleitet von Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust, Taubheitsgefühl oder Schwäche in den Beinen, solltest du nicht lange zögern!

Mehr Informationen Rückenschmerzen – wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wie erfolgt eine Diagnose?

Salopp gesagt: Solange du Schmerzen im unteren Rücken hast und es keine gesicherte Diagnose gibt, hast du ein Lumbalsyndrom. Um unspezifischen Rückenschmerzen auf den Grund zu gehen, führt also kein Weg am Arzt vorbei! Dieser wird mit dir zunächst ein (ausführliches) Gespräch über deine Beschwerden und deine Krankengeschichte führen. Eine körperliche Untersuchung hilft, die Schmerzen genau zu lokalisieren. Danach können – je nach erster Einschätzung deines Arztes – bildgebende Verfahren wie Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) eingesetzt werden, um die genaue Ursache der Schmerzen zu finden. Meiner Erfahrung nach ist das auch die einzige Möglichkeit, Gewissheit zu erlangen.

Rückenschmerzen - wann zum Arzt? Es gibt verschiedene Symptome, bei denen ein Arztbesuch sinnvoll ist (Bild: Anna Shvets / pexels.com)

Bandscheibenkleister Erfahrungen

Ein kurzer Exkurs: Im Sommer 2012 konnte ich mich eines Nachts nicht mehr bewegen. Ein Stechen im Rücken. Beim Bereitschaftsdienst habe ich telefonisch um Hilfe gebeten. Erste Diagnose der Sanitäter: Lumbalsyndrom. Könnte auch ein Hexenschuss sein. Das wusste man nicht, war aber auch okay. Die ganze Geschichte gibt es hier: Dumme Nuss zum Hexenschuss.

Es folgten unzählige Besuche beim Orthopäden. Lumbalsyndrom.
Spoiler: Ich habe ihn am Ende meiner damaligen Leidenszeit gewechselt!
Sechs Wochen lang durfte ich einmal pro Woche (!) zu einer kleinen Strombehandlung antreten, die man – das wusste ich damals noch nicht – mit einem TENS-Gerät auch wunderbar zuhause hätte machen können. Oh, das wird nicht besser mit Ihren Schmerzen? Versuchen wir es mit Spritzen. Die helfen auch nicht? Na gut, dann doch zum MRT. Ups, ein Bandscheibenvorfall. Hätte man meine Beschwerden – damals mit Anfang 30 – ernst genommen und nicht als Lumbalsyndrom abgetan, wären mir wahrscheinlich mehr als zwei Monate Leid erspart geblieben.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für das Lumbalsyndrom?

Die Behandlung des Lumbalsyndroms hängt immer von der Ursache ab.

  • Leichte Fälle können oft mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung behandelt werden.
  • Oftmals helfen konservative Maßnahmen wie Krankengymnastik/Physiotherapie, um die Muskulatur zu stärken und Verspannungen zu lösen, Wärmeanwendungen, Massagen oder Akupunktur.
  • In manchen Fällen können Kortisonspritzen hilfreich sein.
  • In schweren Fällen, zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall mit Ausfallserscheinungen (Lähmungen), hilft möglicherweise nur noch eine Operation. Mehr zum Thema Bandscheiben-Operation – 10 Fragen, 10 Antworten

Du siehst: Da das Behandlungsspektrum von einfachen Schmerzmitteln bis hin zu operativen Eingriffen reicht, ist es umso wichtiger, den Ursachen der Rückenschmerzen auf den Grund zu gehen!

Bandscheibenkleister Info

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind eine Klasse von Medikamenten, die häufig zur Linderung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt werden und daher – logisch – für ihre schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung bekannt sind. Zu den bekanntesten NSAR gehören Ibuprofen, Aspirin, Naproxen und Diclofenac.

Diese Mittel können – insbesondere bei längerer Einnahme – Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Probleme, ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Nierenschäden hervorrufen. Sie sollten daher nur nach Rücksprache mit einem Arzt und für die kürzest mögliche Zeit angewendet werden.

Kann das Lumbalsyndrom zu langfristigen Schäden führen?

Wird das Lumbalsyndrom nicht behandelt, kann es zu chronischen Schmerzen und dauerhaften Bewegungseinschränkungen führen. In seltenen Fällen können unbehandelte Ursachen, wie zum Beispiel ein akuter Bandscheibenvorfall, zu dauerhaften Nervenschädigungen und im Extremfall zu Lähmungserscheinungen führen. Daher ist es wichtig, bei anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen im unteren Rückenbereich einen Arzt aufzusuchen und die Ursache abklären zu lassen.

11 Geheimtipps für alle, die mit dem Lumbalsyndrom zu kämpfen haben

Die folgenden Tipps lassen sich leicht in den Alltag integrieren und können viel bewirken:

  1. Beobachte, wie stark die Schmerzen sind und in welchen Situationen sie auftreten. Lass die Ursache unbedingt von einem Facharzt (Orthopäden) abklären. Hier liegt auch die Antwort auf die Frage, was wirklich gegen das Lumbalsyndrom hilft: Du musst die Ursachen für deine Rückenschmerzen finden, denn nur dann kannst du sie gezielt behandeln (lassen).
  2. Mir hat Wärme immer sehr gut geholfen. Das entspannt die Muskulatur. Dafür verwende ich unterwegs die Wärmegürtel von Thermacare und zuhause das Beurer HK 35 Heizkissen. (*)
  3. Viele Menschen glauben, dass Bettruhe das Beste gegen Rückenschmerzen ist. Aber das stimmt nicht immer. Oft ist Bewegung besser! Leichte Bewegungsübungen helfen, die Muskulatur zu stärken..
  4. Baue regelmäßig kurze Pausen in deinen Alltag ein, um deinen Rücken zu entlasten. Auch wenn es nur ein paar Sekunden sind, in denen du aufstehst, dich streckst und ein paar Schritte gehst – es hilft!
  5. Mache regelmäßig Gleichgewichtsübungen: Steh beim Zähneputzen oder Telefonieren auf einem Bein, um deine Rumpfmuskulatur zu stärken. Klingt einfach, ist aber super effektiv für die Stabilität deines Rückens. Ist dir zu öde? Dann schließe die Augen. Versuche außerdem, dein Gewicht beim Stehen regelmäßig von einem Bein auf das andere zu verlagern. Das aktiviert verschiedene Muskelgruppen und verhindert, dass du in eine schädliche Schonhaltung fällst.
  6. Achte darauf, dein Smartphone auf Augenhöhe zu halten, um (zusätzliche) Verspannungen im Nacken und Rücken zu vermeiden.
  7. Wechsle regelmäßig deine Sitzposition und verwende nach Möglichkeit einen ergonomischen Stuhl. So hältst du deinen Rücken in Bewegung und beugst einer starren Körperhaltung vor.
  8. Verwende zur Stabilisierung deines Rückens einen Rückenstützgürtel (*). Für mich eines der besten Hilfsmittel!
    Aber Vorsicht: Trag ihn nicht dauerhaft, sonst versetzt du deine Muskulatur in einen Dornröschenschlaf, das ist kontraproduktiv.
  9. Ausreichend Wasser zu trinken, ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Gesundheit der Bandscheiben. Sie brauchen Flüssigkeit, um elastisch zu bleiben.
  10. Druck und Stress sind Gift. Gib deinem Rücken Zeit zur Erholung.
  11. Es klingt banal, aber Lächeln kann tatsächlich helfen, die Schmerzwahrnehmung zu verringern. Es setzt im Gehirn positive Botenstoffe frei, die Schmerzen auf natürliche Weise lindern können. Funktioniert leider nur bedingt 😉

Kann man dem Lumbalsyndrom vorbeugen?

Um dem Lumbalsyndrom vorzubeugen, ist eine Kombination aus körperlicher Aktivität, ergonomischem Verhalten und Stressmanagement wichtig. Regelmäßige Bewegung wie Schwimmen, Yoga oder Pilates stärkt die Rückenmuskulatur und verbessert die Körperhaltung. Achte auch auf ergonomisches Sitzen und Heben, um deinen Rücken zu schonen. Vermeide lange einseitige Belastungen und sorge für ausreichend Bewegungspausen im Alltag. Auch Entspannungstechniken wie Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und Verspannungen vorzubeugen. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf tragen ebenfalls zur Vorbeugung bei.

Mehr Informationen:

Mein Bandscheibenkleister Buchtipp

In Das große Buch vom Schlaf (*) enthüllt Prof. Dr. Walker, Leiter des Schlaflabors an der UC Berkeley, dass ausreichender und guter Schlaf

  • unsere Intelligenz und Attraktivität steigert
  • schlanker macht
  • Krebs und Demenz vorbeugt
  • das Immunsystem stärkt und
  • das Risiko für Herzinfarkt und Diabetes senkt.

Für mich eine super interessante Lektüre!

Allgemeine Hinweise

Gender-Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit der Inhalte verzichte ich auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d). Ich möchte darauf hinweisen, dass alle Formulierungen grundsätzlich für alle Geschlechter gelten und keine Wertung meinerseits enthalten.

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