Finde die Rückenschmerzen Ursachen und behandle nicht nur die Symptome (Bild: Yan Krukau / pexels.com)

Stell dir vor, dein Auto macht komische Geräusche und statt zu schauen, was los ist, drehst du einfach die Musik lauter. Das klingt verrückt, oder? Genauso ist es, wenn du bei Rückenschmerzen nur die Symptome bekämpfst, aber nicht die Rückenschmerzen Ursachen! Ein Pflaster auf den Riss in deiner Lieblingstasse kleben, hält das Getränk auch nicht drin. Also, beim nächsten Ziepen im Kreuz: Nicht einfach das Sofa wechseln oder die Tüte Chips gegen eine Wärmflasche tauschen! Mach dich auf die Suche nach den wahren Rückenschmerzen Ursachen, bevor sie eines Tages lauter werden, als du die Musik aufdrehen kannst.

In diesem Artikel erfährst du:

  • welche körperlichen, seelischen und altersbedingten Ursachen es für Rückenschmerzen gibt
  • warum Schmerzen im unteren Rücken, im Nacken oder zwischen den Schulterblättern ganz unterschiedliche Auslöser haben können
  • wann Rückenschmerzen harmlos sind und wann du dringend zum Arzt gehen solltest
  • wie du erste Hinweise auf die Ursache selbst erkennst und
  • welche Maßnahmen du je nach Ursache ergreifen kannst.

Aus medizinischer Sicht werden Rückenschmerzen in zwei große Gruppen eingeteilt: spezifische und unspezifische Rückenschmerzen.

  • Spezifische Rückenschmerzen haben eine klare körperliche Ursache. Sie können durch verschiedene Ereignisse oder Zustände ausgelöst werden, zum Beispiel durch Stürze, Unfälle oder organische Veränderungen. In manchen Fällen können sogar Bakterien der Auslöser sein.
  • Auf der anderen Seite stehen die unspezifischen Rückenschmerzen. Dabei gibt es keine erkennbare organische Ursache. Sie werden häufig durch Muskelverspannungen, Stress oder Fehlhaltung verursacht. Das Gute an unspezifischen Rückenschmerzen ist, dass sie oft nach einiger Zeit von selbst wieder verschwinden.

Rückenschmerzen können sich an verschiedenen Stellen deines Körpers bemerkbar machen und sogar in Arme, Beine, Schultern oder Nacken ausstrahlen. Zunächst ist es wichtig, dass du in dich hineinhörst und versuchst, den genauen Ort deiner Schmerzen zu lokalisieren. Ist es der Nacken? Die Schultern? Oder sitzt der Schmerz im unteren Rücken?

Rückenschmerzen Ursachen: Schmerzen in der Halswirbelsäule (Nackenschmerzen)

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) können folgende Ursachen haben:

  • Atlasschmerz: Eine Blockade oder Fehlstellung des Atlaswirbels kann zu Kopf-, Kiefer- und Nackenschmerzen sowie zu Bewegungseinschränkungen in der Schulter führen.
  • Bandscheibenvorfall HWS: Dabei reißt der äußere Faserring der Bandscheibe und der innere Kern kann aus dem Wirbelkanal austreten.
  • Muskelverspannungen (HWS-Syndrom): Verspannungen der Nackenmuskulatur können zu Nackenschmerzen und manchmal auch zu Muskelverspannungen bis in die Schulter führen.

Rückenschmerzen Ursachen: Schmerzen in der Brustwirbelsäule

Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) können folgende Ursachen haben:

  • BWS-Syndrom: Das äußert sich durch Schmerzen im Brustbereich.
  • Muskelverspannungen: Diese entstehen durch Überlastung, schlechte Haltung usw.
  • Rundrücken/Kyphose: Eine Krümmung der oberen Wirbelsäule kann Schmerzen verursachen.

Rückenschmerzen Ursachen: Schmerzen in der Lendenwirbelsäule

Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) oder des unteren Rückens können folgende Ursachen haben:

  • Degenerative Bandscheibenerkrankung bzw. Bandscheibenvorfall: Wenn der gallertartige Kern der Bandscheibe durch den Faserring in den Wirbelkanal austritt, liegt ein Bandscheibenvorfall vor.
  • Hexenschuss (Lumbago): Der Hexenschuss ist eine Funktionsstörung, die zu akuten Schmerzen im unteren Rücken führt.
  • Ischialgie/Ischiasschmerzen: Der Ischiasnerv wird eingeklemmt, was häufig zu Schmerzen im Gesäß oder Bein führt.
  • Kreuzschmerzen: Schmerzen im unteren Rückenbereich, die häufig durch Büroarbeit verursacht werden.
  • Muskelverspannungen: Diese entstehen oft durch Heben von schweren Lasten, plötzliche Bewegungen oder schlechte Haltung.
  • Spinalkanalstenose: Eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) kann im lumbalen Bereich Schmerzen hervorrufen.

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Mehr Informationen zu Lendenwirbelsäule Schmerzen – die besten Hilfsmittel

Rückenschmerzen Ursachen: Schmerzen im ganzen Rücken

Schmerzen, die den ganzen Rücken betreffen, können folgende Ursachen haben:

  • Arthrose: Abnutzung der Bandscheiben und Wirbelgelenke
  • Fibromyalgie: Eine Erkrankung, die zu Schmerzen am ganzen Körper oder in verschiedenen Muskelgruppen sowie zu Ermüdung führt.
  • Muskelverspannungen: Diese können durch viele Aktivitäten und Zustände verursacht werden, einschließlich Stress, Überlastung und schlechter Körperhaltung.
  • Osteoporose: Kann zu Frakturen führen, die Schmerzen verursachen

Was du tun kannst, um deine Schmerzen zu lindern

Hierzu habe ich dir in diesem Blog zahlreiche Artikel bereitgestellt:

Die 4 Hauptursachen für Rückenschmerzen

Rückenschmerzen können viele Gesichter haben – und genauso viele Ursachen. Um den Überblick zu behalten, lohnt es sich, die häufigsten Auslöser in vier große Gruppen einzuteilen:

  1. mechanische Ursachen
  2. degenerative Veränderungen
  3. psychische und psychosoziale Faktoren sowie
  4. rheumatische und internistische Erkrankungen

Mechanische Ursachen

Hinter Rückenschmerzen stecken am häufigsten mechanische Ursachen. Dazu zählen alle Faktoren, die mit Bewegung, Haltung und Alltagsbelastung zusammenhängen. Wer viel sitzt, sich wenig bewegt oder regelmäßig falsch hebt, überlastet auf Dauer die Muskulatur und die Wirbelsäule. Die Folgen sind Verspannungen, Fehlhaltungen und in manchen Fällen sogar akute Schmerzen, wie sie beim klassischen Hexenschuss auftreten. Auch zu einseitiges Training oder das stundenlange Verharren in einer Position – etwa am Schreibtisch – zählen zu diesen „hausgemachten” Ursachen.

Degenerative Veränderungen

Mit zunehmendem Alter rücken degenerative Veränderungen in den Vordergrund. Dabei handelt es sich um natürliche Abnutzungsprozesse, von denen jeder betroffen sein kann. Ein Beispiel ist ein Bandscheibenvorfall, bei dem sich die Bandscheiben zwischen den Wirbeln abnutzen oder vorwölben. Auch Arthrose in den kleinen Wirbelgelenken kann Schmerzen verursachen, insbesondere morgens nach dem Aufstehen. Ein weiteres Beispiel ist die Spinalkanalstenose, bei der sich der Wirbelkanal verengt und Druck auf die Nerven ausübt. Typischerweise macht sich das durch Schmerzen beim Gehen bemerkbar, die sich im Sitzen wieder bessern.

Psychische und psychosoziale Faktoren

Rückenschmerzen entstehen jedoch nicht immer durch körperliche Verschleißerscheinungen. Auch die Psyche spielt eine große Rolle. Stress, innere Anspannung oder emotionale Belastungen führen häufig dazu, dass sich die Muskulatur, insbesondere im Nacken- und Lendenbereich, unbewusst verkrampft. Wer ständig „unter Strom steht“, läuft Gefahr, dass sich die Verspannungen chronifizieren und zu dauerhaften Schmerzen werden. In manchen Fällen entsteht sogar ein regelrechter Schmerzkreislauf, bei dem die Beschwerden kaum noch nachlassen, selbst wenn medizinisch keine klare Ursache gefunden wird. Auch Depressionen oder Angstzustände können den Schmerz verstärken oder mitverursachen.

Rheumatische und internistische Erkrankungen

Seltener, aber nicht weniger wichtig sind rheumatische und internistische Ursachen. Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie Morbus Bechterew kommt es etwa zu chronischen Entzündungen an der Wirbelsäule, die vor allem in Ruhe und nachts Schmerzen verursachen. Auch Osteoporose kann Rückenschmerzen verursachen, vor allem, wenn es durch die geschwächten Knochen zu kleinen, oft unbemerkten Wirbelbrüchen kommt. Manchmal stecken sogar Erkrankungen innerer Organe wie der Nieren, der Bauchspeicheldrüse oder der Aorta hinter Rückenschmerzen, die dann meist in den Rücken „ausstrahlen“.

Mithilfe dieser vier Gruppen kannst du besser einschätzen, woher deine Rückenschmerzen kommen könnten und welche Maßnahmen als Nächstes sinnvoll sind. Denn je nach Ursache unterscheiden sich die Behandlungsmöglichkeiten deutlich: Während bei Muskelverspannungen Bewegung, Wärme oder gezielte Übungen helfen können, ist bei einem Bandscheibenvorfall eine ärztliche Diagnose und gegebenenfalls eine weiterführende Therapie erforderlich. Bei anhaltenden oder ungeklärten Schmerzen gilt ohnehin: Lieber einmal zu viel als zu wenig zum Arzt gehen.

Wenn du es noch genauer wissen willst, kannst du die Rückenschmerzen Ursachen bei Wikipedia nachlesen.

Wann du mit Rückenschmerzen zum Arzt gehen solltest

Auch wenn Rückenschmerzen meist harmlos sind und nach ein paar Tagen wieder verschwinden, gibt es bestimmte Warnzeichen, bei denen du auf keinen Fall zögern solltest:

  • Lähmungserscheinungen im Bein oder Arm
  • Blasen-/Darmstörungen
  • Taubheitsgefühle im Intimbereich verspürst (Reithosen-Gefühl)
  • unspezifischere Symptome wie unerklärlicher Gewichtsverlust, Fieber in Kombination mit starken Rückenschmerzen oder Beschwerden nach einem Unfall oder Sturz

Zu diesem Thema habe ich noch einen ausführlichen Artikel verfasst: Rückenschmerzen – wann sollte ich zum Arzt gehen?

5 wertvolle Tipps für einen gesunden Rücken

  1. Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann dazu beitragen, deine Rückenmuskulatur zu stärken, Verspannungen zu lösen und Rückenschmerzen vorzubeugen.
  2. Ergonomie: Achte auf eine gute Körperhaltung, besonders dann, wenn du lange sitzt. Vergiss nicht, regelmäßig Pausen einzulegen. Mehr zum Thema Ergonomie am Arbeitsplatz und Schmerzfrei arbeiten
  3. Stressmanagement: Stress kann zu Verspannungen und somit zu Rückenschmerzen führen. Versuche, Stress abzubauen, zum Beispiel durch Entspannungstechniken oder Yoga. Gut zu wissen: Bandscheibenvorfall durch Stress
  4. Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung hilft, dein Gewicht zu kontrollieren – das entlastet deinen Rücken. Außerdem hältst du so deine Knochen und Muskeln gesund.
  5. Medizinische Beratung: Ich bin ja kein Freund von langem Leiden. Daher rate ich dir, bei anhaltenden Schmerzen einen Arzt aufzusuchen.
    Mehr dazu: Rückenschmerzen – wann zum Arzt

Ich hoffe, diese Tipps helfen dir, deinen Rücken gesund zu halten und Rückenschmerzen zu lindern oder zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Rückenschmerzen Ursachen

Welche sind die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen?

Am häufigsten sind Muskelverspannungen, Fehlhaltungen, Bewegungsmangel und Stress die Ursache. In den meisten Fällen steckt keine ernsthafte Erkrankung dahinter. Die Beschwerden entstehen durch unseren Alltag und verschwinden in der Regel nach einiger Zeit wieder.

Können Rückenschmerzen psychisch bedingt sein?

Ja, das kommt sogar häufiger vor, als viele denken. Dauerhafter Stress, innere Anspannung oder emotionale Belastungen können Muskelverspannungen im Rückenbereich auslösen oder verstärken. Dabei beeinflusst die Psyche nicht nur, ob wir Schmerzen empfinden, sondern auch, wie intensiv wir sie wahrnehmen. Gerade bei chronischen Rückenschmerzen ist die seelische Verfassung daher von großer Bedeutung.

Interessant zu wissen: Bandscheibenvorfall durch Stress

Wann sollte ich mit Rückenschmerzen zum Arzt?

Du solltest unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die Rückenschmerzen länger als sechs Wochen anhalten, sich verschlimmern oder mit Symptomen wie Taubheitsgefühlen, Lähmungen, Blasen-/Darmproblemen oder Fieber einhergehen.

Mehre zum Thema: Rückenschmerzen – wann sollte ich zum Arzt gehen?

Ist jeder Rückenschmerz ein Bandscheibenvorfall?

Nein, das ist zum Glück eher die Ausnahme. Nur ein kleiner Teil aller Rückenschmerzen wird durch einen Bandscheibenvorfall verursacht. Viel häufiger sind Muskelverspannungen, Fehlhaltungen oder altersbedingte Veränderungen wie Arthrose die Ursache – und die sind in den meisten Fällen deutlich harmloser.

Welche Ursachen haben Rückenschmerzen im unteren Rücken?

Zu den häufigsten Auslösern im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) gehören Muskelverspannungen, Bandscheibenvorfälle, Arthrose, Ischiasreizungen und Spinalkanalverengungen. Auch langes Sitzen, Bewegungsmangel oder das falsche Heben können den unteren Rücken stark belasten und Schmerzen verursachen.

Können Rückenschmerzen durch innere Organe ausgelöst werden?

Ja, bestimmte Erkrankungen der inneren Organe, beispielsweise der Nieren, der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase, können Schmerzen verursachen, die in den Rücken ausstrahlen. Diese Beschwerden fühlen sich oft dumpfer, tiefer oder wellenförmig an und lassen sich nicht durch Bewegung beeinflussen. Wenn die Rückenschmerzen mit Übelkeit, Fieber oder Problemen beim Wasserlassen einhergehen, solltest du sie unbedingt ärztlich abklären lassen.

Was tun, wenn Rückenschmerzen immer wiederkommen?

Treten Rückenschmerzen regelmäßig auf, ist es wichtig, der Ursache auf den Grund zu gehen. Häufig sind Fehlhaltungen im Alltag, Bewegungsmangel oder Stress die Ursache. Eine Kombination aus regelmäßiger Bewegung, gezielten Rückenübungen, ergonomischer Arbeit und bewusster Entspannung (z. B. durch Yoga oder Atemübungen) kann dabei helfen, Rückenschmerzen langfristig vorzubeugen. Bleiben die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen bestehen, sollte ein Arzt die genaue Ursache abklären.

Wie erkenne ich, ob meine Rückenschmerzen gefährlich sind?

Rückenschmerzen können gefährlich sein, wenn sie von bestimmten Warnzeichen begleitet werden. Dazu gehören Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen, Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang, plötzlich auftretende starke Schmerzen nach einem Sturz sowie Rückenschmerzen in Kombination mit Fieber. Tritt eines dieser Symptome auf, solltest du umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Allgemeine Hinweise

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Über die Autorin

Anja Jefremow ist Gründerin und Herausgeberin von Bandscheibenkleister. Nach eigenen Erfahrungen mit mehreren Bandscheibenvorfällen (LWS und HWS) sowie der Diagnose Osteochondrose teilt sie in ihrem Blog bewährte Tipps und persönliche Einblicke zur konservativen Therapie von Rückenschmerzen. Ohne Operation hat sie ihre Beschwerden bewältigt und möchte damit anderen Betroffenen helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Die praxisnahen Ratschläge und Erfahrungen machen ihren Blog zu einer wertvollen Anlaufstelle für alle, die nach wirksamen Lösungsansätzen bei Rückenschmerzen suchen.

Mehr über Anja auf Über Bandscheibenkleister oder per Mail: info@bandscheibenkleister.de.

Anja Jefremow

Gründerin und Herausgeberin von Bandscheibenkleister

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